Von: U.Sch.
Ich 1944 in Köln geboren, war ein extrem dünnes Kind mit Untergewicht,
ich konnte essen, was ich wollte, bekam von Eltern und Großeltern alles in mich herein gestopft,
Ich konnte immer essen mochte auch alles besonders Haferflockensuppe und Griespudding..
Der Arzt meinte, ich sollte mal in die Kinderverschickung an die Ostsee, wäre für mein Asthma auch sehr gut.
Im Mai 1954 war es dann so weit meine Eltern mussten etwas zuzahlen aber das Kind musste ja zunehmen.
Ich kam im Heim an, wir wurden in Altersgruppen aufgeteilt, Nonnen waren sehr nett zu uns
sie zeigten uns den Schlafraum wo viele Kinder schliefen.
Dann gab es essen, alles war gut.
Wir gingen an der Ostsee spazieren gingen zum Gottesdienst spielten haben gesungen mir hat es gefallen.
Heimweh hatte ich keines Essen war Ok. Nach 3 Wochen bekam andere Kinder und ich Röteln und die Kur wurde auf 6 Wochen verlängert.
Jeden Abend kam eine junge Nonne, die uns eine Geschichte vorgelesen hat.
Sie war sehr nett sie sagte immer Mäuerken statt Mäuerchen was ich lustig fand und, bin 81 Jahre, nie vergessen habe.
Dann ging es zurück ich freute mich auf meine Eltern auf Oma und Opa hatte viel zu erzählen.
Ich kann nur Gutes über das Heim sagen. Wir bekamen keine Strafe, wenn wir zu laut waren, es wurde auch nicht viel geschimpft.
Ich war damals 10 Jahre und die 6 Wochen habe ich immer in guter Erinnerung.
Vor ca.13 oder 15 Jahren sind mein Mann und ich auf der Rückfahrt vom Amrumurlaub als Zwischenstopp in Lübeck vorbeigefahren
und ich suchte das Kinderheim, in dem ich damals war. Ich habe es am Glockenturm und der Treppe sofort erkannt.
Die mich empfangen hatte und mir das Haus zeigte war genauso nett wie die Nonnen damals.
Die Mäuerkennonne lebte noch.
Ich bin dem Heim für diese sehr schöne Zeit äußerst dankbar.
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