Schwerpunkt Bad Sassendorf

Falls Du als Kind in Bad Sassendorf zur Kur verschickt warst, kannst Du Deine Erinnerung hier festhalten oder uns direkt kontaktieren – wir sind für Dich da.

Auf unserer Seite findest Du eine Vielzahl an Angeboten und Veranstaltungen.

„Bedrängte Erinnerung“ © Heike Fischer-Nagel, Hamburg

Kinderkuren in Bad Sassendorf

Bad Sassendorf war einer der Hauptorte für Kinderkuren in Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr wurden in dem südwestfälischen Heil- und Solebad mehrere tausend Kinder in verschiedenen Heimen untergebracht. Nach bisherigem Wissensstand gab es in Bad Sassendorf an größeren Kinderkurheimen: 

  • die Kinderheilanstalt der Inneren Mission
  • das Haus Hamburg der DAK
  • das Kinderkurhaus St. Agnes
  • das Haus Charlotte
  • das Kinderkurheim Ellringmann
  • das Kinderheim der Harpener Bergbaugesellschaft
  • Daneben werden 1950 mehr als 10 Pensionen gelistet, die insgesamt über eine Kapazität von etwa 170 Pflegeplätzen verfügten.

Das Hauptziel der Kuren war es, die Kinder zu stärken und aufzupäppeln, indem sie an Gewicht zunehmen sollten. Maßnahmen wie Solebäder, Inhalationen und Aktivitäten an der frischen Luft zielten darauf ab, meist unspezifische Krankheitsbilder zu behandeln. Doch für viele Kinder war der Aufenthalt mit Heimweh und Gewalterfahrungen verbunden, die das ganze Leben vieler geprägt haben.

In der meist 6 Wochen dauernden Kur ohne Eltern wurden viele Kinder zum Essen gezwungen. Wer sich weigerte, wurde mit dem Kopf ins Essen gedrückt. Erbrochenes musste wieder gegessen werden. Moorbäder waren oft so heiß, so dass sich die Kinder Verbrennungen zuzogen. In der Nacht herrschte striktes Toilettenverbot. Wer das nicht aushielt, wurde in einen dunklen Lagerraum gesperrt oder musste in einer Ecke stehen mit nackten Füssen, stundenlang. Den Betreuerinnen war es egal, dass den Kindern dabei Exkremente an den Beinen herunterflossen.

Hier geht es zu einem Erlebnisbericht über einen Aufenthalt in einem Kinderkurheim in Bad Sassendorf im Jahr 1971. Über die Suchfunktion kannst Du mit dem Schlagwort “Sassendorf” weitere Erlebnisberichte aufrufen.

Tafel angefertigt von Betroffenen für den Kongress der Initiative Verschickungskinder 2022 in Bad Sassendorf

Aufarbeitung

Das Kinderkur-Wesen in Bad Sassendorf ist vergleichsweise gut erforscht:

  • 2019 wurde eine Master-Arbeit zur Kinderheilstätte Bad Sassendorf veröffentlicht (Nike Matthiesen: Die Kinderheilanstalt Bad Sassendorf als ‚totale Institution’ 1945–1960)
  • 2021 fördert die Stiftung der Universität Münster ein Citizen-Science-Projekt, das in Kooperation mit dem Museum Westfälische Salzwelten einen digitalen Rundgang für Bad Sassendorf entwickelte.
  • 2022 fand in Bad Sassendorf der zweite Kongress der Initiative der Verschickungskinder statt: Hier findest Du unseren ausführlichen Bericht.
  • 2023 veröffentlichte Hans-Walter Schmuhl  seine von der DAK beauftragte Studie zum Haus Hamburg (Hans-Walter Schmuhl: „Kur oder Verschickung? Die Kinderkuren der DAK zwischen Anspruch und Wirklichkeit). Im Zuge der Publikation der Studie „erkannte“ die DAK das „Leid der Betroffenen an“.

Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen zu Einrichtungen und entsprechenden Betroffenenberichten basieren auf der Arbeit der seit 2019 aktiven Betroffenen-Recherchegruppe unter der Leitung von Isabelle Nünninghoff.

Schwerpunkt Bad Sassendorf

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Kinderheilanstalt Bad Sassendorf

Informationen zu Einrichtungen und Erlebnissen von Betroffenen, die als Kinder nach Bad Sassendorf verschickt wurden.

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Haus Hamburg

Das “Haus Hamburg” war ein Kinder-Solekurheim der DAK und war in Betrieb von 1960 bis 1987.

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Vom Sälzerdorf zum Heilbad

Im Jahre 1906 wurde das alte Sälzerdorf dann staatlich als „Bad Sassendorf“ anerkannt. Bis 1928 kamen vier Kinderheime hinzu

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Die Gründung des Johaniter-Ordens

Die christliche Fürsorge war die Antwort von Adel und Kirche auf die „soziale Frage“ und zugleich Sicherung des eigenen Standes.

Bad Sassendorf Zeitungsbericht

Berichterstattung

Hier finden sich Zeitungsberichte und andere Beiträge in den Medien zum Thema Bad Sassendorf.

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Denkmal für Verschickungskinder

Erster Bürgermeister in NRW erkennt das Leid an

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Enthüllung

Das erste Denkmal in NRW für Kinderverschickungen in Bad Sassendorf

Der Schwerpunkt wird sukzessive erweitert.

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