Wie alles begann:
Initiative eines Betroffenen: Der Brief an den Bürgermeister
Das Erinnerungsdenkmal für Verschickungskinder auf Borkum geht auf die Initiative eines ehemaligen Betroffenen zurück. Hans-Georg Bierbass war lange Vorstandsmitglied in unserer NRW-Initiative. In einem Schreiben an den Bürgermeister schilderte er seine Erfahrungen aus einem Heimaufenthalt im Jahr 1972 und bat um eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kinderverschickungen auf der Insel.
Wir veröffentlichen dieses Schreiben im Wortlaut als zeitgeschichtliches Dokument. Es markiert einen wichtigen Ausgangspunkt für das Erinnern und die Anerkennung der Erfahrungen von Verschickungskindern auf Borkum.
Ein langer Weg
Der Weg zur Einweihung erwies sich als langwierig und von anhaltenden Korrespondenzen sowie wiederholten Gesprächen geprägt. Erst am 30. Juli 2025 konnte auf Borkum ein öffentliches Erinnerungszeichen eingeweiht werden.
Borkum setzt ein Zeichen: Erste öffentliche Erinnerungsskulptur für Verschickungskinder
Erinnern heißt, nicht wegzusehen – und Anerkennen heißt, den Erfahrungen von Menschen Raum zu geben, die lange überhört wurden. Beides ist seit dem 30. Juli 2025 auf Borkum sichtbar geworden: Mit der Einweihung der ersten öffentlichen Erinnerungsskulptur für Verschickungskinder wurde ein dauerhafter Ort geschaffen, an dem die oft belastenden Erlebnisse von Kindern, die in Heime und Kurmaßnahmen geschickt wurden, öffentlich wahrgenommen werden.
Silke Ottersbach, eine von drei Leitungen der Borkum-Austauschgruppe, hat die Einweihung begleitet und ihre Eindrücke für uns aufgeschrieben. Den Artikel findet ihr hier.
Heimkarte Borkum – eine digitale Spurensuche
Dass Borkum ein historisch zentraler Standort der Kinderverschickungen war, zeigt auch eine interaktive Heimkarte. Auf der digitalen Karte sind zahlreiche Kinderkur- und Verschickungsheime auf der Insel dokumentiert und auffindbar.
Diese visuelle Spurensuche macht die hohe geografische Dichte der Heime und die historischen Strukturen der Verschickung sichtbar. Sie ergänzt das physische Erinnerungszeichen der Skulptur durch eine digitale, ortsbezogene Dokumentation.
Gemeinsam tragen Erinnerungsstele und Heimkarte dazu bei, den Erfahrungen der Verschickungskinder Anerkennung zu verschaffen und das kollektive Erinnern an diese Geschichte zu stärken.
Hier geht es zu der virtuellen Heimkarte.
Redaktion: Michaela Stricker