77728 Schwarzwald, 1969

...ich dürfte nichts erzählen sonst bekämen meine Eltern Arger

Von: J.H.

Guten Morgen, mein Name ist J.H., ich bin 56 Jahre alt. Ich war mit 4 Jahren bei einem Arzt in Rodenkirchen der meinen Eltern sagte ich sei zu dünn und zu hibbelig, sie sollten eine Kur für mich in Betracht ziehen.  Das taten sie auf sein anraten.  Ich weiß noch das ich mit dem Zug mit anderen Kindern in den Schwarzwald fuhr. Es kam mir vor wie Tage. Als wir endlich angekommen waren wurden wir in ein sehr großes Haus gebracht. Wir mussten unsere Koffer hinter uns stellen und in der Reihe bleiben.  Ein Mädchen musste ganz dringend auf Toilette, und die Schwester Oberin die uns erklärte was in der Zeit passiert in unserem Aufenthalt ging zu ihr und schlug ihr ins Gesicht so das die Nase blutete. Alle waren wie versteinert. Dann kamen wir auf unsere Zimmer ich war wohl damals schon sehr groß aber man teilte mir ein kleines Bett zu, in dem ich nur mit abgewinkelten Beinen schlafen konnte. Eine junge Nonne fragte nach ob ich nicht in grösseres Bett könne wurde angebrüllt das mir das zugeteilt wurde und damit Schluss. Das Essen war schrecklich und man musste sitzen bleiben, bis der Teller leer war.  Nach einer Woche wurde ich krank ich bekam Fieber und ein Geschwür am Hals.  Ich musste im Bett bleiben und bekam das Essen auch dort. Zur Toilette durfte ich aufstehen.  Nach einer weiteren Woche ging eine Nonne mit mir zum Arzt.  Der sagte man solle meine Eltern anrufen. Was nicht geschah.  Was ich nicht wusste war das mein Vater mehrfach versucht hatte mit mir zu sprechen am Telefon und wohl immer gesagt bekam das ich spiele oder nicht da sei . Nach drei Wochen hatte er setzte er sich ins Auto und kam zum Kinderkurheim. Man wollte ihn nicht rein lassen, was er dich nicht gefallen ließ. Er durfte dann rein und sah mich in dem viel zu kleinen Bett liegen, und dann ging er zur Ober Nonne und meinte er nimmt mich mit. Darauf bekam ich noch was zu essen und durfte erst zu ihm nachdem ich alles aufgegessen hatte.  Es war so ekelig.  Als wir das Kurheim verließen meinte die Nonne ich dürfte nie mehr wieder kommen   und ich dürfte nichts erzählen sonst bekämen meine Eltern ärger. Nachdem ich zu war verschwand das Fieber und der Knoten am Hals. Seid dem habe ich Platzangst und kann nicht alleine sein, und niemand in meiner Familie muss etwas auf essen was er nicht mag.  Ich dachte bis zu ihrem Artikel das es das einzige Kurheim war wo so was passiert ist . Mein Vater hatte sich wohl auch beschwert aber da ist nie etwas nachgekommen. Ich finde es gut das sie das Thema öffentlich gemacht haben.  Leider sind die Nonnen die in den Heimen waren damals schon alt und somit bestimmt schon verstorben.  

Ich träume heute noch von den Ereignissen von dort. Deshalb bin ich nach 10 im Frisör Beruf Erzieherin geworden. Um ein bisschen dazu beizutragen das es Kindern gut geht . Danke das ich mir das von Seele schreiben durfte. Mit freundlichen Grüßen  

Anonymisierungs-ID: aeh