Schweiz

...bis zu einhundertmal wiederholt Aufschreiben, Essensentzug, Isolationsstrafe, Brüllen

Von: F.M.

Ich bin selbst zur Kuration in die Schweiz, während des kalten Krieges, verschickt worden. Und tatsächlich habe ich auf Facebook einen Kurator oder eher Hobbyhistoriker getroffen, der Fotos und Namen von dem betoffenen Heim im privaten Kreis präsentierte. Die anschließende Diskussion hatte ein erstaunliches Echo. Manche Berichte waren, in der Tat, erschütternd. 

Ich selbst bin nur mäßigen, körperlichen Misshandlungen ausgesetzt gewesen. Aber die seelischen Misshandlungen waren enormen Ausmaßes, vor allem im Schulunterricht, der im Heim von Mitgliedern der Heimbelegschaft, abgehalten wurde. Meine Legasthenie wurde erbarmungslos als meine Schwäche ausgenutzt, Nachsitzen, Worte die ich nicht schreiben konnte bis zu einhundertmal wiederholt Aufschreiben, Essensentzug, Isolationsstrafe, Brüllen und, und, und. Eine grausame persönliche Erfahrung und zudem seelische dazu. Diese Menschen waren Verbrecher, die ihr Handwerk systematisch betrieben, vergleichbar mit der Systematik der Nationalsozialisten im dritten Reich. 

Was ich dabei erlebt habe ist noch vergleichbar harmlos und fast gewaltfrei, möchte Mann/Frau meinen, im Vergleich zu den Berichten von vielen Betroffenen, die dorthin verschickt waren! Anonymisierungs-ID: aei