Einladung zur Berichterstattung
Zweiter Begegnungstag der Verschickungskinder NRW setzt
starkes Zeichen
Rückblick auf einen erfolgreichen Tag in der Aufarbeitung der
Kinderverschickungen NRW: 130 Betroffene fordern zügige Aufarbeitung –
Janus Fröhlich neuer Botschafter
Dorsten/Köln, 01.12.2024 – Unter dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ versammelten
sich am 28. September 2024 rund 130 ehemalige Verschickungskinder aus ganz Deutschland im
„Treffpunkt Altstadt“ in Dorsten. Der zweite Begegnungstag des Vereins Aufarbeitung
Kinderverschickungen NRW e.V. (AKV-NRW) wurde zu einem kraftvollen Signal an Politik,
ehemalige Heimträger und Gesellschaft: Die Aufarbeitung der sogenannten Kinderverschickungen
darf nicht ins Stocken geraten.
Bereits am Vormittag war der Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz gefüllt. Resilienz- und
Recherche-Workshops waren nahezu ausgebucht, eine Kunstausstellung sowie eine Stadtführung
stießen auf große Resonanz. Neben Austausch und Vernetzung stand vor allem eine klare Botschaft
im Mittelpunkt: Die Betroffenen fordern eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung und
langfristig gesicherte psychosoziale Unterstützungsangebote.
Zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren wurden bundesweit Millionen Kinder zu Kur- und
Erholungsaufenthalten verschickt. Viele berichten heute von Misshandlungen, Demütigungen und
nachhaltigen Traumatisierungen.
Forderung an Politik und Träger: Betroffene nicht erneut allein lassen
Der erste Vorsitzende des AKV-NRW, Detlef Lichtrauter, betonte in seiner Rede die Bedeutung
kontinuierlicher Förderung und langfristiger Strukturen. Die bisherige finanzielle Unterstützung
durch das Land NRW läuft Anfang 2026 aus.
„Die unabhängige wissenschaftliche Forschung und psychosoziale Unterstützung müssen ausgebaut
und dauerhaft finanziell abgesichert werden“, so Lichtrauter.
Auch Joachim Desens, Vertreter der Betroffenen am Runden Tisch „Kinderverschickungen NRW“,
berichtete von stockenden Fortschritten. Insbesondere die Frage nach der zukünftigen Finanzierung
von Forschung und Unterstützungsangeboten sei bislang ungeklärt. Das vom Land NRW geförderte
Bürgerforschungsprojekt CSP-KV-NRW läuft im April 2026 aus – damit steht ein etabliertes
Unterstützungsnetzwerk für Betroffene vor einer ungewissen Zukunft.
Janus Fröhlich neuer Botschafter
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Auftritt von Janus Fröhlich, Gründungsmitglied der
Kölner Kultband Höhner. Fröhlich engagiert sich künftig als Botschafter für die
Verschickungskinder in NRW. In sehr persönlichen Worten zeigte er sich tief bewegt vom Schicksal
der Betroffenen.
Gemeinsam mit der Community stimmte er den Höhner-Klassiker „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
an – ein emotionaler Moment und zugleich ein unüberhörbarer Appell an Politik und Träger, ihre
Zusagen einzulösen.
Hintergrund
Viele Betroffene gehören der sogenannten Babyboomer-Generation an. Während zahlreiche
Verantwortliche der damaligen Einrichtungen nicht mehr leben, kämpfen die ehemaligen
Verschickungskinder bis heute mit psychischen und sozialen Folgen.
Der AKV-NRW fordert:
Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Projektverantwortlichen zu vereinbaren
Kontakt:
AKV-NRW e.V.
E-Mail: projekt@akv-nrw.de
Für Rückfragen, Interviewanfragen oder weiterführende Informationen stehen wir gerne zur
Verfügung.
eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung
eine verlässliche, langfristige Finanzierung psychosozialer Unterstützung
klare Verantwortungsübernahme durch Staat, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und weitere
Träger
Die Zeit drängt – nicht nur aus biografischen Gründen, sondern auch mit Blick auf den
gesellschaftlichen Auftrag, aus der Vergangenheit zu lernen.
Einladung an die Medien
Der Verein Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e.V. lädt Journalistinnen und Journalisten
herzlich ein,
über die Anliegen der Betroffenen zu berichten
Hintergrundgespräche zu führen