Am 14.10.2023 fand der 1. Begegnungstag des AKV-NRW e.V. in Dorsten statt.
Weit über 100 nordrhein-westfälische Verschickungskinder machten die
Veranstaltung zu einem überwältigenden Erfolg.
»Wir können uns in unser Unglück hineinsteigern. Wir können es aber auch als Chance
begreifen und daran wachsen«. So begrüßte Detlef Lichtrauter, erster Vorsitzender des
AKV-NRW e.V., die ehemaligen Verschickungskinder im Dorstener „Altstadttreff“. Zum 1.
Begegnungstag des Vereins „Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e.V.“ (AKV-NRW
e.V.) waren zahlreiche Betroffene aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-
Holstein angereist, der Saal des Kulturzentrums war voll. Sie alle wurden zwischen
1950-1990 in Kinderkuren verschickt, viele erlebten dort Gewalt und Demütigungen.
Auch die stellv. Bürgermeisterin der Stadt Dorsten, Christel Briefs, richtete Grußworte an
die Teilnehmer:innen: »Die allermeisten von Ihnen haben Erfahrung gemacht, die Sie
nicht vergessen haben und deshalb sind Sie auch heute hier. Diese Erfahrungen haben Ihr
Leben geprägt, und ich wage zu sagen, diese Erfahrungen haben Ihre Lebensqualität
sicherlich eingeschränkt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit gestärktem seelischen
Immunsystem nach diesem Tag nach Hause fahren können«.
In Dorsten ging es mit einem vielfältigen Workshop-Angebot tatsächlich um die Stärkung
der Widerstandskraft und Selbstbefähigung, also darum, die Betroffenen vor allem seelisch
zu unterstützen. Die meisten der etwa 1,8 Millionen Menschen, die in NRW von
Kinderverschickungen betroffen waren, haben ihr Leben lang gedacht, dass es sich bei
ihren Erlebnissen um Einzelfälle handeln würde. Auf dem Begegnungstag des 2021
gegründeten AKV-NRW e.V. konnten sie sich erstmals als Gemeinschaft erleben.
Detlef Lichtrauter, Vorsitzender AKV-NRW e.V.: »Es sind sogar noch mehr
gekommen, als sich ohnehin schon angemeldet hatten. Das zeigt den Bedarf
an persönlichem Austausch, den Wunsch, sich als Gemeinschaft erleben zu
können. Den Satz: ‚Ich hab’ gedacht, das ist nur mir passiert‘, den können wir
spätestens ab heute endlich vergessen!«
Maria Dickmeis, Gründungsvorständin AKV-NRW e.V. und in Dorsten Workshop-
Leiterin: »Alle Angebote waren ausgebucht, die Stimmung trotz Anlass unserer
Zusammenkunft teilweise sogar ausgelassen. Auf so einen Tag haben wir
lange in NRW warten müssen. Ich wage zu behaupten, dass das erst der
Anfang war. Beim nächsten Treffen werden wir noch mehr Menschen
mobilisieren können.«
Regina Konstantinidis, Vorständin AKV-NRW e.V.: »Es war wirklich ein rundum
gelungener und sehr positiver Tag. Das ist wahrlich keine
Selbstverständlichkeit. Schließlich geht es hier um ein Phänomen, bei dem
vielen Betroffenen schwere seelische Verletzungen zugefügt wurden. So ein
Gemeinschaftserleben hat einfach gut getan.«
Die Rückmeldungen der Betroffenen sind überschwänglich:
„ Die ganze Atmosphäre war so schön und entspannt, ich habe jede Minute genossen und
fühle mich auch heute so wohl, wie lange nicht mehr.“ Gilda
„ Danke für den schönen Tag.
Als ich meinem Mann mein Foto zeigte, sagte er:“Man sieht, dass Du Dich wohlfühlst.“
Gisela
„Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden des Begegnungstages in Dorsten. Es war so
einmalig schön mit den anderen Verschickungskindern!“
Christiane
„Es war fantastisch. Hatte mich ein bisschen davor gefürchtet. Und bin euch allen jetzt
sehr dankbar, wie gekonnt, professionell und gleichzeitig herzlich und empathisch ihr
diese Veranstaltung durchgeführt habt. Herzlichen Dank.“
Siegrun
Unter https://kinderverschickungen-nrw.de/erlebnistag-dorsten-vom-akv-nrw-e-v finden
Sie einen ausführlichen Bericht über den Begegnungstag. Für weitere Informationen und
Interviewanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Lichtrauter
Vorstand AKV-NRW e.V.
Das CSP-KV-NRW wird gefördert vom MAGS/Land NRW. Wir sind Mitglied im Paritätischen
Wohlfahrtsverband.
Kontakt bei Rückfragen:
Michaela Stricker
Projektleitung CSP-KV-NRW
Citizen-Science-Projekt-Kinderverschickungen-NRW
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