22459 Niendorf, 1961?

Nonne überwachte Toilettengang

Von: H.-J.K

Name des Verschickungsheims: nicht mehr bekannt, hatte jedoch nach meiner Erinnerung einen kurzen Zugang zur Ostsee
Dauer der Verschickung: 6 Wochen in den Sommerferien
Bericht: Wir mussten über Mittag auf Liegestühlen Ruhe halten und durften in der Ruhestunde nicht zur Toilette. Eine Nonne hielt im Flur Wache und verbot den Toilettengang, was ich als sehr befremdlich empfand. Zusätzlich gab es oft kalte Fruchtsuppen mit getrockneten Früchten (u.a. Rosinen), die nicht nur ich ablehnte, aber aufessen sollte. Auf Rat von anderen Kindern stellte ich den nur unvollständig geleerten Suppenteller inmitten eines Tellerturmes in die Küche, sodass u.a. mein unvollständig geleerter Teller erst beim Spülen entdeckt wurde. Der Urheber war dadurch nicht zu ermitteln.
Ich war zum ersten Mal so lange von meinen Eltern getrennt und hatte Heimweh, was ich auch in meinem Brief an die Eltern äußern wollte, mir aber untersagt wurde. Mein Brief wurde vor den anderen Kindern vorgelesen und handelte mir deutlichen Spott ein.

Datum: 12. September 2026
Zeit: 11:31

Anonymisierungs-ID: bbd

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