26548 Norderney, 1961

Kinderschwester wie ein Brigardegeneral

Von: M.F.

Dauer der Verschickung: 4 Wochen
Bericht: In Norderney war ich, glaube ich erst 4 (1961) alt. Ich litt an Asthma (bis zu Erstickungsanfällen). Ich kann mich nicht mehr so gut an das Kinderheim erinnern (war direkt am Strand). Die Betreuerinnen waren hier aber sehr nett. Man wollte mich noch länger dort behalten, weil ich dort erst einmal Astha bekommen habe. Das hat meine Mutter abgelehnt „Das Kind kennt mich ja dann nicht mehr.

Ich war noch zweimal in Kur, das letzte Mal in Bad Salzuflen. Da war ich schon neun. An der Kinderschwester, die dort arbeitete, ist ein Brigardegeneral verloren gegangen. Der Schlafsaal war groß (für 13 Mädchen). Ein Kind hat in Bett gemacht (eigentlich durften Bettnässer nicht verschickt werden). Sie hat die Ärmste vor allen Kindern bloßgestellt und ganz schön rumgebrüllt. Ich war neun, sah aber älter aus und konnte (Gott sei Dank) mit den Teenis ins Neuner-Zimmer. Wir sollten auch Postkarten schreiben, die von der Schwester kontrolliert und verbessert wurden. Wir durften nichts Negatives schreiben. Zum Glück war noch eine jüngere Betreuerin da, die der die Großen mal in die Stadt durften. Das Taschengeld durften wir nicht nach gutdünken ausgeben. Zum Ende es Aufenthalts gingen wir ein einen Souvenirladen und sollten für unsere Eltern Souveniers kaufen. Die waren zu Hause sehr verärgert, denn das Geld war ja Taschengeld für mich. 
Ich habe noch zwei Gruppenfotos, die ich gerne (als Kopie) zur Verfügung stellen kann. Eines von Bad Salzuflen und eines von Bad Kreuzach. Nach Bad Salzuflen habe ich zu Hause gestreikt. Danach ist meine Mutter mit mir mehrmals meinem Vater für drei Wochen in die Kur gefolgt. Eltern da, alles gut.

Datum: 28. August 2026
Zeit: 14:42

Anonymisierungs-ID: bak

Newsletter-Anmeldung

SPENDEN

Vielen Dank, dass Sie sich für eine Spende interessieren:

AKV NRW e.V.

IBAN DE98 3206 1384 1513 1600 00

Für eine Spendenquittung bitte eine E-Mail an:
Detlef.Lichtrauter@akv-nrw.de