Von: A.
Bericht: Ich habe sehr schlechte Erinnerungen.
Militärische Maßnahmen nach „ Verstößen „. Nichts zu Essen bekommen, wenn man frech war. Absolute Ruhe beim Mittagsschlaf. Nicht zur Toilette gehen dürfen, wenn man muss.
Beim Mittagessen: mir gegenüber erbricht sich ein Kind, nachdem es den ganzen Teller leer gegessen hat. Das Erbrochene ist genauso viel, wie vorher der Teller vollgemacht wurde (Haferschleim oder so ähnlich ) Ich muss darüber lachen und werde auf mein ( Sammel ) Zimmer geschickt, ohne , dass ich aufessen darf.
Abends und Nacht wurde uns mit der Taschenlampe direkt ins Gesicht geleuchtet, ob wir schlafen. Natürlich wurde man wach und bekam wieder eine Strafe.
Ich durfte z.B. bei „ ich sehe was, was du nicht siehst “ nicht mitspielen, weil ich immer sofort wusste, was gesucht wurde.
Hiermit möchte ich mich ganz besonders herzlich bedanken an meine Bettnachbarin, die mich oft abends besucht hat und mich zum Lachen gebracht hat, indem sie mir ins Gesicht gefurzt hat. Wir durften natürlich nicht lachen !! Das war sehr schwer !!
Ebenfalls möchte ich mich sehr herzlich bei A. bedanken, die auch abends im Schlafsaal die „Tanten “ nachgemacht hat und uns alle zum Lachen brachte.
Jetzt bin ich 63. Ich habe Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und diverse andere Krankheiten entwickelt ab ca 16 Jahren. Vielleicht durch diesen traumatischen Aufenthalt.
Datum: 2. Juni 2026
Zeit: 10:46
Anonymisierungs-ID: axq